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9. Oralchirurgie

Die Oralchirurgie beschäftigt sich mit der Diagnostik und chirurgischen Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und Traumata des stomatognathen Systems, einschließlich Zähnen, alveolärem Knochen, Gingiva und angrenzenden Weichteilen. Ziel dieser Disziplin ist es, sowohl funktionelle als auch ästhetische Ergebnisse zu erzielen, Schmerzen zu minimieren und langfristige Komplikationen wie Infektionen, Knochenresorption oder Zahnverlust zu verhindern.

 

In der Praxis in Bad Oldesloe werden oralchirurgische Eingriffe unter Einsatz modernster diagnostischer Verfahren (digitale Volumentomographie, 3D-Röntgen, intraorale Scanner) und minimalinvasiver Techniken durchgeführt. Dies ermöglicht präzise Planung, Schonung von Vitalstrukturen und optimierte Heilungsbedingungen.

9.1 Weisheitszahnentfernung (Dentes serotini)

Die chirurgische Exodontie von Dentes serotini ist indiziert bei retinierten, teilretinierten oder impaktierten Zähnen, die Beschwerden wie Perikoronitis, Okklusionsstörungen oder Zystenbildung verursachen. Die präoperative Evaluation erfolgt durch klinische Untersuchung und radiologische Bildgebung, idealerweise mittels DVT zur exakten Lokalisation und Einschätzung der Relation zu Nervstrukturen (Nervus alveolaris inferior, Nervus lingualis).

 

Chirurgische Aspekte:

    •    Minimale Inzision und schonende Osteotomie zur Reduktion von postoperative Morbidität

    •    Sicherung der vitalen Nachbarzähne und parodontalen Strukturen

    •    Anwendung von lokaler Analgesie, Sedierung oder in ausgewählten Fällen Allgemeinanästhesie

    •    Postoperative Kontrolle von Schwellung, Hämatom und Sensibilitätsstörungen

 

Die frühzeitige Entfernung retinierter Weisheitszähne kann sekundären Komplikationen wie apikalen Entzündungen, Resorption der zweiten Molaren oder Zystenproliferation vorbeugen.

 

9.2 Wurzelspitzenresektion (Apikoektomie)

Die Apikoektomie ist ein endodontisch-chirurgisches Verfahren zur Entfernung einer entzündeten Wurzelspitze bei persistierender apikaler Parodontitis, wenn konservative Wurzelkanaltherapie nicht erfolgreich war.

 

Fachliche Schwerpunkte:

    •    Präzise apikale Resektion unter Mikroskopkontrolle zur Entfernung pathologisch veränderter Gewebe

    •    Retrograde Präparation und Füllung mit biokompatiblen Materialien (z. B. MTA, biokeramische Zemente)

    •    Schonung des umgebenden Kieferknochens und parodontaler Strukturen

    •    Sicherstellung der apikalen Abdichtung zur langfristigen Zahnerhaltung

 

Die Apikoektomie ermöglicht den Erhalt von Zähnen, die andernfalls aufgrund persistierender Infektionen extrahiert werden müssten.

 

9.3 Freilegung von verlagerten Zähnen (Exposition)

Verlagerte Zähne, insbesondere Canini und Prämolaren, können durch chirurgische Freilegung für kieferorthopädische Traction zugänglich gemacht werden. Dieses Verfahren verhindert Zahnwanderungen, Lückenschlüsse oder Okklusionsstörungen.

 

Wissenschaftliche Aspekte:

    •    Präoperative Planung mittels 3D-Röntgen zur Einschätzung der Zahnachse und Relation zu Nachbarzähnen

    •    Schonende Gingiva- und Knochenpräparation, häufig unter Mikroskopkontrolle

    •    Fixierung von kieferorthopädischen Attachments für kontrollierte Zahnbewegungen

    •    Reduktion von Resorptionsrisiken an benachbarten Zähnen

 

Freilegung und Traction bilden die Grundlage für ein funktionell und ästhetisch optimiertes Dentitionsergebnis.

 

9.4 Entfernung von Zysten (Zystektomie / Marsupialisation)

Zysten des Kieferbereichs, z. B. odontogene Zysten oder radikuläre Zysten, können ohne Behandlung zu Kieferdestruktion, Zahnverschiebung oder Infektionen führen. Die chirurgische Entfernung erfordert sorgfältige präoperative Diagnostik, oft inklusive DVT.

 

Therapeutische Optionen:

    •    Zystektomie: komplette Entfernung der Zystenwand unter Schonung der Nachbarstrukturen

    •    Marsupialisation: Reduktion des Zystenvolumens bei großen Läsionen, oft kombiniert mit orthodontischer oder chirurgischer Nachversorgung

    •    Kontrolle der Vitalität angrenzender Zähne und parodontaler Strukturen

    •    Postoperative Kontrolle der Knochenheilung und radiologische Nachsorge

 

Ziel ist die vollständige Eliminierung pathologischer Gewebe bei gleichzeitiger Schonung der alveolären Anatomie.

 

9.5 Chirurgische Parodontaltherapie

Die chirurgische Parodontaltherapie wird bei fortgeschrittener Parodontitis angewendet, wenn konservative Maßnahmen (Scaling, Root Planing) nicht ausreichen. Ziel ist die Regeneration von parodontalem Gewebe und alveolärem Knochen sowie die langfristige Stabilisierung des Zahnhalteapparats.

 

Fachliche Maßnahmen:

    •    Zugangschirurgie (Offene Kürettage, Lappenoperation) zur vollständigen Entfernung entzündeter Taschen

    •    Einsatz von regenerative Verfahren wie Schmelz-Matrix-Proteinen, Knochenersatzmaterialien oder Membranen

    •    Präzise Nahttechniken zur Förderung der Wundheilung

    •    Langzeitkontrolle von Taschentiefe, Attachment-Level und Knochenneubildung

 

Durch diese Maßnahmen können Zähne trotz fortgeschrittener Parodontitis erhalten werden, und die orale Funktion wird langfristig stabilisiert.

 

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