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7. Zahnunfälle & Notfälle

Zahntraumata und akute odontogene Schmerzen gehören zu den häufigsten zahnmedizinischen Notfällen. Sie können durch physische Traumata (z. B. Stürze, Sportverletzungen, Verkehrsunfälle) oder durch akute pathologische Prozesse (z. B. pulpale Entzündungen, apikale Parodontitis) entstehen. Unbehandelte Zahnverletzungen können nicht nur zur Zahnschädigung oder Zahnverlust führen, sondern auch entzündliche Prozesse im Kieferknochen und angrenzenden Gewebe auslösen. Die zahnärztliche Notfallversorgung hat das Ziel, Schmerzen zu lindern, die Funktionalität der Zähne zu erhalten und die Prognose für die Wiederherstellung von Zahnhartsubstanz, Parodontium und Weichgewebe zu verbessern.

 

Moderne Notfallzahnmedizin in Bad Oldesloe berücksichtigt sowohl die akute Therapie als auch präventive Maßnahmen, um sekundäre Schäden zu verhindern. Eine frühzeitige Intervention ist entscheidend, um die Vitalität der Pulpa, die Stabilität des Parodonts und die Integrität des alveolären Knochens zu sichern.

7.1 Akute Zahnschmerzen (Odontogene Schmerzepisoden)

Akute Zahnschmerzen resultieren häufig aus entzündlichen Prozessen der Pulpa (Pulpitis) oder des Parodonts (Parodontitis apicalis). Typische Symptome sind spontane Schmerzattacken, thermische Sensitivität und Druckempfindlichkeit auf Okklusion. Bei akuten Schmerzepisoden ist die rasche zahnärztliche Diagnostik essenziell, um irreversible Schäden wie pulpanekrosebedingten Zahnverlust zu verhindern.

 

Erste Maßnahmen bei akuten Zahnschmerzen:

    •    Kontrolle der Mundhygiene, Entfernung von bakteriellen Belägen

    •    Kühlung zur Reduktion lokaler Entzündung und Ödem

    •    Einnahme von Analgetika oder NSAIDs nach ärztlicher Empfehlung

    •    Sofortige Konsultation eines Notfall-Zahnarztes Bad Oldesloe zur Diagnostik und Schmerztherapie

 

7.2 Avulsion und Lockerung von Zähnen

Zahnavulsion beschreibt den kompletten Verlust eines Zahns aus dem Alveolarknochen. Dies betrifft vorwiegend permanente Zähne bei Kindern und Jugendlichen. Der Erfolg der Reimplantation hängt von der Erhaltung der Pulpavitalität, der Integrität des parodontalen Ligaments (PDL) und der schnellen Wiederinsertion ab. Lockerungen (Subluxation) erfordern eine Stabilisierung mittels Schienung, um die Heilung von parodontalen Fasern und Alveolarknochen zu ermöglichen.

 

Wichtige Schritte bei Avulsion:

    •    Zahn nur am Kronenbereich anfassen, um das PDL nicht zu schädigen

    •    Aufbewahrung in physiologischer Lösung (z. B. Milch, Hanks Balanced Salt Solution)

    •    Rasche Reimplantation innerhalb von 30–60 Minuten erhöht die Prognose

    •    Stabilisierung durch flexible Schienung für 7–14 Tage

    •    Kontrolle der Pulpa auf Vitalität und ggf. endodontische Intervention

 

7.3 Frakturen der Zahnhartsubstanz

Abgebrochene Zähne können durch traumatische Krafteinwirkung auf Zahnschmelz, Dentin und ggf. Pulpa entstehen. Die Klassifikation erfolgt nach Ellis-Kriterien, die das Ausmaß der Schädigung (Schmelz, Dentin, Pulpa) bestimmen. Eine frühzeitige Versorgung minimiert das Infektionsrisiko, reduziert Pulpanekrose und verhindert sekundäre Okklusionsstörungen.

 

Therapiemöglichkeiten:

    •    Reposition von Bruchstücken bei Schmelz-Dentin-Frakturen

    •    Adhäsive Restaurationsverfahren mit Kompositmaterialien

    •    Endodontische Versorgung bei pulpanaher Fraktur

    •    Kronenversorgung bei ausgedehnter Schädigung

 

7.4 Blutungen und Schwellungen (Hämatome, Ödeme)

Traumata können zu Blutungen im Gingivabereich, submukösen Hämatomen oder alveolären Ödemen führen. Eine schnelle Intervention verhindert sekundäre Infektionen und erleichtert die Heilung. Lokale Kompression, Kühlung und gegebenenfalls systemische Antibiotikagabe sind zentrale Maßnahmen.

 

Maßnahmen bei Blutungen/Schwellungen:

    •    Lokale Kompression und Kühlung

    •    Kontrolle der Hämostase bei Läsionen der Gingiva oder Mukosa

    •    Antibiotikatherapie bei Infektionsrisiko

    •    Analgesie zur Schmerzreduktion

    •    Ärztliche Evaluation bei zunehmender Schwellung oder persistierender Blutung

 

7.5 Indikationen für den Notfall-Zahnarzt

Ein Notfall-Zahnarzt wird insbesondere bei akuten Schmerzen, Zahnverlust, starken Blutungen, Schwellungen, Traumata oder Infektionen aufgesucht. Schnelles Handeln sichert die Vitalität der Zähne, reduziert Schmerzepisoden und verhindert langfristige Komplikationen wie Osteitis alveolaris oder Zahnwanderungen.

 

Wann dringend den Notfall-Zahnarzt aufsuchen:

    •    Plötzliche, starke Zahnschmerzen oder pochende Schmerzen

    •    Herausgeschlagene oder stark gelockerte Zähne

    •    Abgebrochene Zähne mit Pulpaexposition

    •    Deutliche Blutungen oder Schwellungen im Mundraum

    •    Anzeichen einer Infektion (Rötung, Eiter, Fieber)

 

Eine zeitnahe Behandlung durch spezialisierte Zahnärzte gewährleistet, dass Funktion, Ästhetik und Gesundheit der Zähne langfristig erhalten bleiben.

 

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